UNSERE HISTORIE

1908

Bäckerei Rüger in Erfurt – mehr als 100-jährige Firmengeschichte

Als mein Urgroßvater Bäckermeister Willhelm Rüger 1908 unser Familienunternehmen gründete, bezahlten unsere Kunden noch in »Mark« - und das war noch nicht einmal die »Reichsmark« oder die »Deutsche Mark«. Eine beeindruckende Zahl, wenn man sich vor Augen hält, dass die Kasse der Bäckerei Rüger inzwischen sieben unterschiedliche Währungen gesehen hat. Mit großer Liebe für die Gaumenfreuden aus Bäcker- und Konditorhandwerk begann Willhelm als Bäcker in Erfurt eine Firmengeschichte, die für unsere Familie nicht interessanter hätte sein können.
Gerade weil hier das Bäcker- und Konditorhandwerk voller Überzeugung und Menschlichkeit gelebt wird, ist ein Ende nicht abzusehen – ganz im Gegenteil: Inzwischen befindet sich unser Familienunternehmen in der vierten Generation, für die Fünfte wird schon so manche Weiche gestellt. Im Laufe der Jahrzehnte ging die Bäckerei an den Sohn Walter, an dessen Sohn Bernd – meinen Vater – und anschließend an mich: Matthias Rüger. Bei uns wird alles noch von Hand gemacht. Etliche Brot, Brötchen, Gebäck und Tortenvariation, mit denen wir unsere Kundschaft verwöhnen dürfen, stammen noch aus »Uropas« Rezepte-Kiste.

Zwischen Handwerkskunst und Improvisation

Zu DDR-Zeiten hatten wir mit Schwierigkeiten umzugehen, die heutzutage kaum vorstellbar sind. »Es gab ja nichts«, dieser Ausspruch war für uns als Bäcker in Erfurt umso deutlicher, als viele der speziellen Zutaten die wir für die Backwaren benötigten, es schlichtweg nicht zu kaufen gab. Weihnachtsstollen beispielsweise konnten wir nur dann backen, wenn wir monatelang hochwertige Zutaten hier und da trotz Beziehung (sogenannte Bück-Ware) erstanden haben und diese auf Lager legten, oder wenn uns die Kunden die Zutaten aus den West-Paketen mitbrachten. Aus grünen Tomaten und Möhren mit Zucker behandelt, entstand der Ersatz für Zitronat und Orangeat, dies verarbeitete man gezwungenermaßen in den VEB-Betrieben.
Aus der Mangelwirtschaft wurde eine handwerkliche – und sicherlich auch menschliche – Tugend. Wir mussten improvisieren. Selbst Marmelade gab es oftmals nicht zu kaufen, wenigstens nicht in den Mengen, die man als Bäcker und Konditor benötigt. Also haben wir die selber gekocht. Die daraus entstandenen Kompositionen wollten und sollten es an geschmacklicher Perfektion aber nicht fehlen lassen und trugen zusätzlich zu unseren überlieferten und noch heute beliebten Rezepten bei. Unsere Pfannkuchen sind weit über die Grenzen von Erfurt hinaus beliebt und berühmt. Und dann kam die Wende und es ging richtig los.

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